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04. Juni 2026

Erfolgreiche Podiumsdiskussion zum Thema “Hört Inklusion beim Portemonnaie auf?”

Am Dienstag, den 2. Juni, fand in der felto Filzwelt in Soltau unsere Podiumsdiskussion zum Thema „Hört Inklusion beim Portemonnaie auf?“ statt. Die Veranstaltung war sehr gut besucht und bot einen intensiven und offenen Austausch zwischen Publikum, Politik und Praxis.

Die Initiative zu dieser Veranstaltung wurde gemeinsam vom Werkstattrat des HEIDEWERK e.V., der Abschlussklasse der Lebenshilfe Soltau sowie der Initiative Demokratieverliebt organisiert.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand das Lohnsystem in Werkstätten für Menschen mit Behinderungen, ein Thema, das uns alle betrifft.

Auf dem Podium kamen unterschiedliche Perspektiven zusammen. Mit dabei waren unter anderem Vertreter aus der Politik wie Karl-Ludwig von Danwitz, CDU-Landestagabgeordneter, und Constantin Grosch, SPD-Landestagabgeordneter, sowie Vertreter aus dem HEIDEWERK e.V. und der Lebenshilfe Soltau.

Die Diskussion zeigte deutlich, wie komplex die Thematik ist. So wurde einerseits betont, dass ein wertschätzendes Entlohnungssystem notwendig sei. Herr Bleßmann, Vorstandsmitglied und Kaufmännische Leitung des HEIDEWERK, teilte hier deutlich mit: „Das HEIDEWERK steht voll dahinter, dass wir ein wertschätzendes Entlohnungssystem benötigen.“ Gleichzeitig wies er auch auf die Herausforderungen hin: „Wir würden gerne bessere Gehälter zahlen, aber mit den Erlösen der Produktion ist das überhaupt nicht möglich, sondern erst, wenn sich hier politisch etwas ändert.“

Gerhard Suder, Vorstand und Geschäftsführer der Lebenshilfe Soltau e.V., betonte ebenso, dass die Werkstätten nicht als Verursacher der bestehenden Probleme angesehen werden dürften. Vielmehr setzten sie die politischen Vorgaben um. Die Frage der Vergütung in Werkstätten werde bereits seit Jahrzehnten diskutiert, ohne dass bislang eine grundlegende Lösung gefunden worden sei. Deshalb appellierte auch Suder an die Politik, entschlossen zu handeln.

Auch die langfristigen Auswirkungen niedriger Einkommen wurden thematisiert. Constantin Grosch, SPD-Landestagabgeordneter, machte deutlich: „Wenn Menschen in ihrem Berufsleben wenig verdienen, dann ist dementsprechend auch ihre Rente sehr gering.“ Ergänzend dazu brachte Michael Denecke, Mitglied des Werkstattrats des HEIDEWERK, die Perspektive der Beschäftigten ein: „Das Geld, das wir in der Werkstatt verdienen, würde alleine genommen nicht zum Leben reichen.“

Besonders wertvoll waren die zahlreichen Gespräche und Fragen aus dem Publikum, die zu einer lebendigen Diskussion beigetragen haben, aber auch die Stimmen unserer Redner, die unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen eingebracht haben. Sie haben gezeigt, wie groß das Interesse und der Gesprächsbedarf zu diesem Thema ist.

Für Dr. Karl-Ludwig von Danwitz (CDU) steht fest: Die Interessen von Menschen mit Behinderung können nur sichtbar werden, wenn sich viele engagieren. Die Podiumsdiskussion habe dazu beigetragen, ihren Anliegen mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen.

Wir danken dem Werkstattrat, allen Podiumsgästen sowie allen Besucher:innen für diesen wichtigen Austausch.

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